Der Inspekteur der Luftwaffe benötigt eine Tornado Nachfolgeentscheidung

TAUFKIRCHEN Steigende Besucherzahlen und Referenten der Spitzenklasse, der Wehrtechnische Kongress der CSU hat sich schon längst zu einem interessanten Diskussionsforum entwickelt. Der diesjährige zehnte Kongress fand bei Airbus in Taufkirchen statt und behandelte neue Herausforderungen im Cyberspace, zu Wasser und im All. Dirk Hoke, Chief Executive Officer (CEO) von Airbus Defence and Space, begrüßte die Teilnehmer höchst persönlich. Wie Hoke betonte seien wir (Deutschland) in vielen Technologien noch führend. Wir müssten jedoch aufpassen, nicht in die zweite oder sogar dritte Liga abzudriften.

Raumfahrt vor der Zeitenwende

Gerade die Raumfahrt steht vor einer Zeitenwende. Bereits im Jahr 2025 könnte sich die Anzahl der Satelliten im All verfünffacht haben. Die Entwicklung geht weg von großen Satelliten hin zu sehr kleinen, dafür aber sehr vielen Satelliten. Es wird immer einfacher werden seine Systeme ins All zu bringen. Schon jetzt befinden sich nicht offiziell registrierte Satelliten in den Umlaufbahnen. Diese ausfindig zu machen ist die Aufgabe von stationären Geo-Trackern, die Airbus erfolgreich weiterentwickelt. Selbst Objekte mit wenigen Zentimeter Kantenlänge sollen zukünftig sicher aufgefunden werden können.

General Ingo Gerhartz, Inspekteur der Luftwaffe, sieht die Zeitenwende in der Raumfahrt ebenfalls gekommen. Der Weltraum werde nicht mehr nur eine enabling Domäne bleiben, über die andere Systeme kommunizieren werden. In militärischer Sprache ausgedrückt verdeutlichte er: „Wer den Weltraum gewinnt, gewinnt nicht zwangsläufig den Krieg. Wer ihn aber verliert, gewinnt den Krieg ganz bestimmt nicht.“ Das Weltraumlagezentrum sei als Teil der Operationszentrale der Luftwaffe in der Lage, Objekte im All ab einer Größe von einem Zentimeter zu überwachen.

Luftwaffe braucht Tornado Nachfolgeentscheidung

Hoch zufrieden zeigte sich der Inspekteur der Luftwaffe über die Entscheidung, Militärtransporter vom Typ A400M auf dem Lechfeld zu stationieren. „Da kann man mal sehen was erreicht werden kann, wenn Politik und Bundeswehr zusammen arbeiten“, sagte Gerhartz erfreut. Anders sieht er es bei dem in die Jahre gekommenen Luftfahrzeug Tornado. Deutlich mahnte er an: „Ich benötige eine politische Nachfolgeentscheidung“.

Die Cyberfähigkeit der Bundeswehr

General Vetter spricht über die Herausvorderung Cyber

General Michael Vetter, Abteilungsleiter Cyber- und Informationstechnik im BMVg, erläuterte die Herausforderungen aus seiner Abteilung. Mit der Einführung des Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum (CIR) sei die Bundeswehr für die Zukunft gut aufgestellt. Die Handlungsoptionen zu möglichen Einsatzszenarien zu denen die Bundeswehr ein Mandat (Auftrag) vom Deutschen Bundestag erhalten könnte seien gut. Zurzeit werde jedoch laut General Vetter diskutiert: “Was, wenn wir uns in keinem mandatierten Einsatz befinden und trotzdem massive Cyber-Angriffe erleben, die den Zustand einer Krise oder schlimmeres auslösen?“ Es geht also um die Frage, was den Einsatz der Bundeswehr (CIR) rechtfertigen könnte und ob die Bundesregierung diese dann offensiv einsetzen will.

Die Zukunft der Marine

Der Inspekteur der Marine sagt was im wichtig ist

Vizeadmiral Andreas Krause, Inspekteur der Marine, sprach zur Zukunft seiner Teilstreitkraft. Zu lange dauert ihm die Ausbildung seiner Soldatinnen und Soldaten. “Statt den Bediener aufwendig und über Monate auf Lehrgänge schicken zu müssen damit dieser die Software versteht, muss die Software von heute - spätestens jedoch die von morgen – lernen, den Bediener zu verstehen“, sagte  Krause energisch. Offen fragte er die Teilnehmer, wer denn heute noch ein Handbuch lese um zu verstehen, was sein Handy könne.

Dies waren nur einige Inhalte des 10. Wehrtechnischen Kongress. Gerade bei Podiumsdiskussionen erfuhren die Teilnehmer viele aufschlussreiche Hinweise über einzelne Zusammenhänge und den damit verbundenen Herausforderungen. Der ASP erfreut sich der zunehmenden Beliebtheit seines Kongresses und hat direkt im Anschluss mit einer Auswertung für politische Aufträge begonnen.