Die arabische Welt sieht einem Umbruch entgegen. Das Volk in Tunesien und Libyen steckt in einer Revolution. Die Frauen in Saudi Arabien melden sich zu Wort, auch wenn darüber nicht viel Berichtet wird. Unter dem Titel „Umbruch in der arabischen Welt“ fand heute eine Veranstaltung der Hanns-Seidel-Stiftung in Kaufbeuren statt. Referent war Herbert Mair, der ehemalige Rundfunkkorrespondent der ARD. Er gilt als Nahost Experte und hielt darüber einen Vortrag.

Wandelt sich die Türkei zum Vorbild für die arabische Welt?

Seit mehreren Wochen zeichnet sich ab, dass sich die Türkei zum Vorbild der in der Revolution steckenden arabischen Welt entwickeln könnte. Diese Rolle könnte der Türkei die entscheidende Wendung ihrer EU-Beitrittsverhandlung bringen indem sie – nicht nur Geographisch - als Verbindung zwischen Okzident und Orient dient.

 

Neuwahlen in Libyen?!

Nach Angaben des Gaddafi-Sohns Seif el Islam ist Tripolis bereit, in den kommenden Monaten Neuwahlen abzuhalten. Der libysche Regierungschef Bagdadi Mahmudi sagte allerdings, ein Abgang Gaddafis sei nicht vorgesehen. Die USA lehnen Neuwahlen als Lösung der Krise in Libyen ab. Die Sprecherin des US-Außenministeriums forderte Gaddafi erneut zum Rückzug auf. Laut Mahmudi sei die Frage nach Gaddafis Rücktritt eine Haltelinie, die bei allen Gesprächen nicht überschritten werden dürfe.  Es bleibt also offen, ob es überhaupt zu Neuwahlen kommen wird. Selbst wenn Tripolis als Wahlbeobachter die Europäische Union, die Afrikanische Union, die Vereinten Nationen und "selbst die NATO" akzeptiert.

Palästina stellt Antrag auf Staatsanerkennung

Für weitern Zündstoff im Nahen Osten sorgt der Antrag der palästinensischen Führung bei den Vereinten Nationen. Die Palästinenser wollen im September die Staatsanerkennung beantragen. In den vergangenen Monaten haben bereits sämtliche Länder Lateinamerikas einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 anerkannt.

Absehbar wird sich in der Nähe der Europäischen Union einiges tun. Die komplexen Probleme und unsere Abhängigkeiten zu den Rohstoffen die aus diesen Regionen zu uns kommen machen die Sache nicht leichter. Mit den Vorträgen von Herrn Mair bekommt man immer mehr Einblicke in eine andere Welt. Ich freue mich schon auf die nächste Veranstaltung.