Eine sozialverträgliche Umsetzung der Bundeswehrreform ist eng mit den Maßnahmen des Reformbegleitgesetzes verknüpft. Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald hat dazu eine Stellungnahme vom zuständigen Arbeitskreisvorsitzenden der CSU-Landesgruppe, Thomas Silberhorn (MdB), erhalten. Daraus geht folgendes hervor:

Für die sozialverträgliche Weiterbeschäftigung des von der Neuausrichtung betroffenen Zivilpersonals sind in den Geschäftsbereichen des Bundesressorts zahlreiche neue Stellen mit dem Vermerk "nur mit Überhangpersonal zu besetzen" ausgebracht worden. Die im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) eingerichtete Projektgruppe "Ressortübergreifende Personalvermittlung" koordiniert die entsprechende Stellenbesetzung.

Im Rahmen der Personalvermittlung der Beamtinnen und Beamten erfolgen zunächst sechsmonatige Abordnungen. Die Personalkosten dafür trägt das BMVg. Vergleichbare Regelungen enthält der Regierungsentwurf des Reformbegleitgesetzes auch für Wechsel zu anderen Dienstherrn. Für den Wechsel in die private Wirtschaft sind Regelungen geplant, um für potenzielle Arbeitgeber Anreize zu schaffen, strukturbetroffenes Personal der Bundeswehr zu beschäftigen. So soll auch hier die Möglichkeit einer für den neuen Arbeitgeber kostenfreien sechsmonatigen Erprobungsbeschäftigung eingeführt werden.

Beschäftigte, die sich für eine Tätigkeit außerhalb der Bundeswehr interessieren, können bundesweit an Bewerbungstrainings teilnehmen. Ferner sind bedarfsgerechte Informationsveranstaltungen an den entsprechenden Standorten geplant. Darüber hinaus wurde mit der Bundesagentur für Arbeit eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um insbesondere den Wechsel zu privaten Arbeitgebern mit entsprechenden Beratungsangeboten zu unterstützen.

Um Soldatinnen und Soldaten sowie Beamtinnen und Beamten einen Berufswechsel in eine auf Dauer gerichtete Tätigkeit außerhalb des öffentlichen Dienstes zu erleichtern, sieht der Entwurf des Begleitgesetzes zudem verschiedene Beurlaubungsregelungen vor. So können Soldatinnen und Soldaten sowie Beamtinnen und Beamte sich unter Fortfall der Geld- und Sachbezüge, jedoch mit Rückkehrgarantie für drei Jahre beurlauben lassen, um eine Tätigkeit in der privaten Wirtschaft zu erproben. Für eine längerfristige Tätigkeit besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich bis zum Beginn des Ruhestandes ebenfalls unter Fortfall der Geld- und Sachbezüge beurlauben zu lassen. Die Beurlaubungen sind mit ergänzenden Regelungen zum Erwerb von Rentenansprüchen in der gesetzlichen Rentenversicherung versehen, damit sich die Betroffenen eine weitere Altersversorgung aufbauen können.

Für Soldatinnen und Soldaten, die eine Weiterverwendung im öffentlichen Dienst anstreben, sind außerdem Beurlaubungsregelungen für die Dauer von drei Jahren vorgesehen, um eine Erprobungszeit abzuleisten oder sich für eine gleichwertige anderweitige Verwendung im öffentlichen Dienst zu qualifizieren. Die notwendigen Kosten für die Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen für den Wechsel in den öffentlichen Dienst werden durch das BMVg übernommen.