Viele tun sich mit den bisher getroffenen Entscheidungen der Neuausrichtung der Bundeswehr schwer und fordern deshalb eine größtmögliche Transparenz, manche sogar eine lückenlose bis in das kleinste Detail; und das sofort. Einfacher fällt es dagegen denen, die die bisher getroffenen Entscheidungen als Fakt in der Cloud1 hinnehmen (können).

Fakt ist, das Jagdbombergeschwader 32 und die FlaRak Gruppe 22 sollen aufgelöst werden. Bis jetzt sind diese Stationierungsentscheidungen auf dem Lechfeld relativ geräuschlos angekommen. Das mag an der allgemeinen Verunsicherung liegen, wie und vor allem wann es nun genau weiter geht. Nach derzeitigem Stand soll die Frage nach dem „wann“ im Sommer (2012) mit der Veröffentlichung der Realisierungsplanung beantwortet werden.

Und die andere Seite der Medaille? Die Führungsunterstützungsschule der Bundeswehr, die Fachschule der Bundeswehr für Informationstechnik, das Zentrum elektronischer Kampf fliegende Waffensysteme, das Kraftfahrausbildungszentrum und das Sanitätszentrum bleiben erhalten. Darüber hinaus werden große Teile aus Kaufbeuren als zukünftige Außenstelle des Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe auf dem Lechfeld angesiedelt.

Weiter wurde entschieden, den Flugplatz Lechfeld zukünftig als militärischen Ausweichflugplatz zu betreiben. So mancher hält dies für eine verzögerte Auflösungsentscheidung. In der Tat wäre wohl ein vor Ort angesiedelter militärischer Nutzer, der den Flugplatz auch zukünftig am Leben erhalten könnte, für eine sichere Zukunft besser gewesen. Es muss jedoch jeder erkennen, dass sich die Bundeswehr für den Flugplatz entschieden hat und nicht dagegen.

Um viele Teile des Militärstandortes Lechfeld braucht man sich wohl eher keine Sorgen machen. Einzig der größte Teil – der Flugplatz – könnte auch die größte Unterstützung gebrauchen. Eine Ausweitung der bestehenden oder besser noch eine Erhöhung der zivilen Nutzer des Flugplatzes mit Unternehmen aus der Luft- und Raumfahrttechnik würde die Betriebskosten auf mehrere Schultern verteilen und somit eine drohende Wirtschaftlichkeitsfrage in einer der nächsten Neuausrichtungen der Bundeswehr abwenden können. Einerseits könnte sich damit die Bundeswehr weiterhin die hervorragenden Standortfaktoren sichern, andererseits würde sie zum Erhalt der Flugplatzlizenz und damit mehrerer 1.000 Arbeitsplätze in der Region sorgen.

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