Oberst Dr. Pötzsch und Generalleutnant MüllnerIm Kinosaal des Fliegerhorstes Kaufbeuren sprach am Dienstag der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, im Rahmen einer Veranstaltung der Deutsch Atlantischen Gesellschaft vor mehr als 200 Gästen über „die Krise als Normalfall - politische Handlungsoptionen und militärische Erfordernisse in einer unsicheren Welt.“ Um das teilweise geschwundene Vertrauen der Bürger bezüglich der Handlungsfähigkeit unserer Bündnisse zurückzugewinnen empfiehlt er, „Kurs halten“ und „gemeinsames Handeln mit einer Stimme“. Heraushalten sei jedenfalls keine Option. 

Begonnen hatte General Müllner seinen „eher politischen“ Vortrag mit einer Risikoanalyse. Dabei leuchtete er Deutschlands sicherheitspolitisches Umfeld aus. Dies sei Krisenhafter als je zuvor. Zudem müsse unsere Heimat vor Terroranschlägen bewahrt werden. Deutschland sei in einer neuen Qualität gefordert und Gefahren müsse vorbeugend begegnet werden. Aber wie? Ein umfassender Ansatz der diplomatische, ökonomische, entwicklungspolitische, ökologische aber auch militärische Elemente in einem verzahnten Dualismus organisiert, sei die richtige Lösung. 

Mit Blick auf militärische Erfordernisse müsse sich deren Reaktionsfähigkeit verbessern, um die Abschreckung zu vergrößern. Die Funktion der Abschreckung komme auf das Militär zurück, so der General. Es sei notwendig ein glaubwürdiges Signal zu senden. Deutschland werde dazu einen nicht unwesentlichen Beitrag leisten und dies „nicht nur in der Speerspitze“. Gemeinsames Handeln der Europäischen Union aber auch der NATO und das sprechen mit einer Stimme seien wichtiger denn je. 

Weiter sprach General Müllner unter anderem über das Verhältnis zu Russland und verdeutlichte wie groß die Herausforderungen sind. Er ging auf die nukleare Teilhabe ein, sprach den Weißbuch-Prozess an und beantwortete diverse Fragen aus dem Publikum. Zwischendurch ließ er es sich nicht nehmen zu betonen: „Politik ist die Kunst des Machbaren.“ Diese Tatsache war jedoch nicht Bestandteil seiner Risikoanalyse – noch nicht.