Klaus Hardy Mühleck erläutert die neue Abteilung CITDer 7. Wehrtechnische Kongress der CSU stand unter dem Motto „Digitale Bedrohungen erkennen – Cyber-Sicherheit stärken“ und fand am vergangenen Freitag bei der Firma ESG in Fürstenfeldbruck statt. Neben den Vorträgen von Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Inneren, Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), als auch Klaus Hardy Mühleck, Abteilungsleiter Cyber und Informationstechnik (CIT) im BMVg, fand unter der Leitung von Heinz Schulte, Chefredakteur griephan, eine Podiumsdiskussion zum Thema „Cyber“ statt. Der Kongress beschäftigte sich aufgrund der immer weiter wachsenden Bedeutung von Cybertechnologie und Cybersicherheit mit den Chancen und Herausforderungen in diesem Bereich.

Staatsminister Joachim Herrmann verdeutlichte in seiner Rede die steigende Kriminalität im Internet. Schon längst habe der verursachte Schaden der Internetkriminalität die Schadenssumme von Wohnungseinbrüchen/Diebstahl überschritten. Während jedoch bei einem Wohnungseinbruch meist die Betroffenheit der Opfer groß sei, sähe dies bei Opfern der Internetkriminalität anders aus. Dort sei sie Wahrnehmung in Bezug auf die Bedrohung eine andere - mit den entsprechenden Folgen.

Mit einer grundlegenden Neuerung in der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen unlängst auf die zunehmende Bedrohung aus dem Internet reagiert. Mit der Aufstellung einer Abteilung Cyber/IT (CIT) im Bundesministerium der Verteidigung und eines kompletten Organisationsbereiches Cyber- und Informationsraum (CIR) geht sie völlig neue Wege. Abteilungsleiter (CIT) Mühleck erläuterte zu Beginn seiner Rede die Dimension seiner neuen Abteilung. Die immer rasanter wachsende Entwicklung der Informationstechnologie würde uns in einer nie zuvor dagewesenen Weise verändern. Die Einrichtung einer eigenen Abteilung im BMVg und eines eigen militärischen Organisationsbereiches seien deshalb die richtigen Antworten auf zukünftige Herausforderungen.

Heinz Schulte eröffnete zum Schluss des Kongresses eine Podiumsdiskussion mit einer spitz formulierten These. Am Anfang stehe die Erkenntnis, dass die immer stärker zunehmende Vernetzung in unserem Leben immer rascher Veränderungen hervorrufe. Schneller, als so manchem vielleicht lieb sein könne. Es sei deshalb davon auszugehen, dass es in der Bundeswehr der Zukunft nur noch zwei militärische Organisationsbereiche brauche: Special Forces und Cyber. So richtig eingehen vermochte das Plenum auf die diese These nicht. Vielmehr erläuterten die Teilnehmer ihre eigenen Standpunkte. Über die Aufstellung des größten Forschungszentrum der Bundesrepublik für den Cyberraum an der Bundeswehruniversität in München äußerte sich Prof. Dr. Gabi Dreo Rodosek, Lehrstuhlinhaberin für Kommunikationssysteme und Netzsicherheit an der Universität der Bundeswehr, äußerst erfreut. Nur die Art und Weise wie viele Seiten für Anträge ausgefüllt werden müssten um Fördergelder zu erhalten sowie die Bearbeitungszeit verursache ihr Sorgenfalten. Dirk Hoke, CEO AIRBUS Defense & Space, forderte mehr als nur homöopathische Investitionen.

Die Bekämpfung möglicher Angriffe muss als gesamtstaatliche Aufgabe betrachtet werden. Regierung, Industrie und Wissenschaft müssen eng kooperieren, um auf mögliche Cyberbedrohungen schnell zu reagieren. Florian Hahn, Vorsitzender des ASP und Mitglied des Deutschen Bundestages, hält es deshalb nur für folgerichtig, weitere politische und militärische Bereiche in München anzusiedeln und ein umfassendes Cyber-Cluster aufzubauen. Der Wehrtechnische Kongress bot wieder einmal eine gute Gelegenheit, um über notwendige Schritte zu diskutieren.