8. Wehrtechnischer Kongress der CSU

MÜNCHEN Der achte Wehrtechnische Kongress der CSU fand in diesem Jahr bei der Firma Rohde & Schwarz in München statt. Vertreter aus Politik, Streitkräften und Industrie wurden eingeladen, um Informationen aus erster Hand zu erhalten. Folgende Themenwurden dabei behandelt:

Zukunft der europäischen Verteidigungsunion

Generalleutnant Erhard Bühler ist Abteilungsleiter Planung im BMVg und fasste die zukünftigen Herausforderungen der Bundeswehr zusammen. Nachdem das Weißbuch im Jahr 2016 neu herausgegeben wurde, folge bald eine neue Konzeption der Bundeswehr (KdBw). Wesentliche Merkmale der neuen KdBw seien die Gleichrangigkeit der Aufträge, ein Fähigkeitsprofil welches alle notwendigen Bestandteile enthalte, eine aufgabenorientierte Aufstellung, die Digitalisierung der Bundeswehr und die an den Zielen der NATO und EU ausgerichtete multinationalität unserer Streitkräfte. Die Modernisierung der Bundeswehr nehme weiter an Fahrt auf. Deutschland und Frankreich stünden bei der Modernisierung ihrer Streitkräfte vor den gleichen Herausforderungen. Für einen Staat alleine seien viele Projekte zu teuer oder nicht finanzierbar. Eine Kooperation mit Frankreich sei bereits vereinbart und könnte als Motor innerhalb der EU werden. „Noch im Dezember 2017 wird festgezurrt, wer in welcher Angelegenheit eine Lead-Funktion übernimmt“, sagte General Bühler.

Digitalisierung der Streitkräfte

Der Abteilungsleiter Cyber / Informationstechnik im BMVg, Klaus Hardy Mühleck, skizierte die aktuelle Bedrohungslage. “Cyber“, sagte Mühleck, durchdringe alle Bereiche der Bundeswehr. Die Technik in der Bundeswehr sei gut, jedoch werde sie in fünf bis zehn Jahren eine bessere Sicherheitsstruktur besitzen und werde sich gravierend von der heutigen unterscheiden. Bereits beschlossen sei, dass die Cloud-Computing Plattform “Microsoft Azure“ in der Bundeswehr eingeführt werden soll. Daneben würden digitale Plattformen wie Mobile Taktische Kommunikation (MoTaKo), Harmonisiertes Führungsinformationssystem (HaFIS) und German Mission Network (GMN) / Federated Mission Network (FMN) eingeführt werden. Betrieben werden soll das alles jedoch ausschließlich in eigenen Netzen, „private und nicht public“ sagte Mühleck abschließend.

Zukunft der Luftwaffe

Generalleutnant Karl Müllner verdeutlichte, wie er sich als Inspekteur der Luftwaffe seine Teilstreitkraft in 15-20 Jahren vorstelle. Am Anfang stehe die Feststellung, dass der Begriff “Abschreckung“ wieder zurückgekehrt sei. Es gehe darum, ob mit den aktuellen Mitteln überhaupt die Landes- und Bündnisverteidigung glaubwürdig betrieben werden könne. Neue Waffen, neue Systeme und Personal seien die Handlungsfelder für die Zukunft der Luftwaffe. Mehrere Zusagen habe Deutschland schon getätigt, die natürlich im Bedarfsfall auch verfügbar sein müssten. Darunter falle das Thema Lufttransport genauso wie die Zusage ein Luftkampfgefechtsstand zur Verfügung stellen zu können. Eine weitere Zusage betreffe den Eurofighter, der zukünftig neben der Rolle Luft-Luft auch die Rolle Luft-Boden erfüllen können soll. Von Deutschland werde erwartet mehr zu tun und darauf zu verzichten einzelne Fähigkeiten komplett abzusetzen. Bis zur Einführung eines Next-Generation-Weappon-System als Nachfolgesystem für den Eurofighter sei eine Lücke zu schließen. General Müllner plädierte dafür bis dahin das amerikanische Kampfflugzeug F-35 einzuführen.