Dr. Jakob Berger und Stephan StrackeLandtagsabgeordnete Carolina Trautner hat zu einer CSU Veranstaltung nach Graben eingeladen um über die Hausärzteversorgung im ländlichen Raum zu diskutieren. Nach einigen Fachvorträgen wurden im Anschluss die Fragen aus dem Plenum besprochen. Neben dem immer stärker wachsenden Ärztemangel auf dem Land werden auch neue Einflüsse – Auswirkungen der Flüchtlingskrise – vor diesem Sektor nicht Halt machen. Insgesamt muss dies in eine neue Bewertung der Lage münden.

Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, erläuterte die Hintergründe zur Bedarfsplanungsrichtlinie. Sie regelt die Verteilung der Arztpraxen. Entscheidend für den Bürger sei, wo der Hausarzt ist. Zentral, in der nächsten Stadt oder aber vor Ort. Von der Bundesebene aus könne es deshalb kein Patentrezept geben um dem Ärztemangel zu entgegnen.

Für Landtagsabgeordneten Klaus Holetschek, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege der CSU Landtagsfraktion, stelle sich grundsätzlich die Frage, was uns eine optimale Versorgung Wert sei. Zur Attraktivitätssteigerung habe man bereits Förder- und Stipendienprogramme umgesetzt. In Zukunft dürfe die Abiturnote (1,0) nicht mehr das einzige Merkmal zum Medizinstudium bleiben. Vielmehr müsse der Zugang zur Universität, bei Bereitschaft nach dem Studium im ländlichen Raum praktizieren zu wollen, auch mit einem schlechteren Notenschnitt erlaubt werden.

Dr. med. Jakob Berger, Bezirksvorsitzender des Hausärzteverbandes Schwaben, stimmte Klaus Holetschek zu. Eine Abiturnote von 1,0 würden viele nicht schaffen obwohl sie als Arzt gut geeignet wären. Wie Dr. Berger vermutet, werde es bald unter den Gemeinden zu einem Wettrennen um ihre Praxen kommen. Denn diese würden eindeutig zu den Standortvorteilen einer Gemeinde zählen. Zudem müsse aus seiner Sicht die aktuelle Flüchtlingssituation zu einer neuen Eingangsuntersuchung für den Versorgungsatlas führen. Die letzte Erhebung sei im Jahr 2013 durchgeführt worden und halte den aktuellen Bedingungen nicht mehr stand. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation stelle alleine das Thema „Eingangsuntersuchung“ die Ärzte vor enorme Aufgaben.

Die Veranstaltung verdeutlichte stark, dass diese Herausforderung nicht in den Hintergrund rücken darf. Es war deshalb richtig dieses Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen.