Animiert von den angekündigten Themen zog es am Mittwoch viele Anwohner zur Bürgerversammlung nach Graben. Einen Schwerpunkt nahm das Thema “Unterbringung von Asylbewerbern“ ein. Daneben wurde unter anderem über den Breitensport in der neuen Turnhalle sowie mögliche Varianten zur Zentrumsplanung des Rathausplatzes informiert.

Bis zu 75 Asylbewerber für 2016

Die Gemeinde Graben plant im Jahr 2016 bis zu 75 Asylbewerber unterbringen zu müssen. Dies entspricht einem Anteil von ca. zwei Prozent der Gemeindebevölkerung. Bisher konnten im Gräbinger Pfarrhof 21 Asylbewerber aufgenommen werden. Da über diese 21 Asylbewerber im nächsten Jahr mit weiteren Zuweisungen zu rechnen ist, werden weitere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht.

Der Gemeinderat hat den Entschluss getroffen, in Lagerlechfeld auf dem Gelände der Evangelischen Versöhnungskirche einen Naubau in Modulbauweise zu Errichten. Die Planungen dazu seien schon weit fortgeschritten, so dass im Frühjahr mit der Fertigstellung eines Hauses mit 24 Unterbringungsplätzen gerechnet werden kann. 

Darüber hinaus wird eifrig noch mehr Platz für weitere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Ein Grundstück neben dem Pfarrhaus St. Martin in Lagerlechfeld und eine mögliche Erweiterung des Pfarrhof in Graben wurden dazu näher betrachtet. Vorstellbar sei vieles, konkrete Beschlüsse gebe es jedoch noch nicht, betonte Bürgermeister Scharf in seinen Ausführungen. 

Nutzung der neuen und der alten Turnhalle

Die Bauarbeiten für eine neue Turnhalle neben der Grundschule in Graben haben begonnen. Diese Halle werde voraussichtlich überwiegend von den Mitgliedern der Spielvereinigung Lagerlechfeld, des TSV Graben und den Reha-Sportlern genutzt. Wegen unterschiedlich hohen Mitgliedsbeiträgen in den Vereinen wird befürchtet, dass die Sportler einen Wechsel zum günstigeren Verein anstreben könnten. Dies wolle man auf jeden Fall verhindern, so Bürgermeister Scharf. Vielleicht wäre ein einheitlicher Grundbeitrag in den Vereinen eine sinnvolle Lösung.

Mit der neuen Turnhalle entfällt für die Schüler der Grundschule Graben der Bus-Pendelverkehr zur alten Turnhalle nach Lagerlechfeld. Zudem erhofft man sich mit der neuen Turnhalle Anreize zur Gründung neuer Sport-Neigungsgruppen beizutragen. Die örtliche Verteilung der Sportstätten auf zwei Ortsteile wird jedoch Auswirkungen auf das Lagerlechfelder Sportzentrum haben. Schwierig könnte es für die Sportgaststätte in Lagerlechfeld werden. Denn es ist nicht anzunehmen, dass nach dem Sport in Graben noch jemand im Sportlerheim in Lagerlechfeld einkehren wird.

Die laufenden Kosten der alten Turnhalle belasten das Konto der Spielvereinigung. Sie sei zu gut um abgerissen und zu baufällig um so stehen gelassen zu werden, erklärte Bürgermeister Scharf. Eine mögliche Lösung könnte in einer Sanierung der alten Turnhalle gesehen werden. Gesetzlich gehöre der Grund unter der alten Turnhalle der Gemeinde. In Mühevoller Eigenenergie hätten damals Mitglieder der Spielvereinigung Lagerlechfeld die Turnhalle errichtet. Moralisch gehöre deshalb die alte Turnhalle der Spielvereinigung, erklärte Bürgermeister Scharf weiter.

Den Vorschlag, die alte Turnhalle zur Unterbringung von Asylbewerbern zu nutzen, lehnte Bürgermeister Scharf ab. Die Unterbringung von Menschen in einer Turnhalle, unter Umständen sogar über einen langen Zeitraum, sei die denkbar schlechteste Variante für alle Beteiligten.

Fit für die Zukunft - Rathausplatz 3.0

Vor vielen Jahren hätte der Gemeinderat den Mut gehabt, die Verkehrsführung um das Rathaus zu verändern um Raum für diverse Gemeindeveranstaltungen zu schaffen. Inzwischen werde es jedoch bei den meisten Festen eng. Weitere Stände für den Weihnachtsmarkt hätten keinen Platz mehr, beim Mai-Fest müsse immer wieder die Straße mitbenutzt werden und für den Wochenmarkt sei kein Raum für Erweiterungen vorhanden. Für Bürgermeister Scharf sieht deshalb den Zeitpunkt gekommen darüber nachzudenken, wie der Rathausplatz "fit" für die nächsten 20 Jahre gemacht werden könnte. Mit dem Aufruf zum Dialog sollen die Bürger dazu angeregt werden sich Gedanken über ihren Ortsmittelpunkt zu machen.