Animiert von den angekündigten Themen zog es am Mittwoch viele Anwohner zur Bürgerversammlung nach Graben. Einen Schwerpunkt nahm das Thema “Unterbringung von Asylbewerbern“ ein. Daneben wurde unter anderem über den Breitensport in der neuen Turnhalle sowie mögliche Varianten zur Zentrumsplanung des Rathausplatzes informiert.

Bis zu 75 Asylbewerber für 2016

Die Gemeinde Graben plant im Jahr 2016 bis zu 75 Asylbewerber unterbringen zu müssen. Dies entspricht einem Anteil von ca. zwei Prozent der Gemeindebevölkerung. Bisher konnten im Gräbinger Pfarrhof 21 Asylbewerber aufgenommen werden. Da über diese 21 Asylbewerber im nächsten Jahr mit weiteren Zuweisungen zu rechnen ist, werden weitere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht.

Der Gemeinderat hat den Entschluss getroffen, in Lagerlechfeld auf dem Gelände der Evangelischen Versöhnungskirche einen Naubau in Modulbauweise zu Errichten. Die Planungen dazu seien schon weit fortgeschritten, so dass im Frühjahr mit der Fertigstellung eines Hauses mit 24 Unterbringungsplätzen gerechnet werden kann. 

Darüber hinaus wird eifrig noch mehr Platz für weitere Unterbringungsmöglichkeiten gesucht. Ein Grundstück neben dem Pfarrhaus St. Martin in Lagerlechfeld und eine mögliche Erweiterung des Pfarrhof in Graben wurden dazu näher betrachtet. Vorstellbar sei vieles, konkrete Beschlüsse gebe es jedoch noch nicht, betonte Bürgermeister Scharf in seinen Ausführungen. 

Dr. Jakob Berger und Stephan StrackeLandtagsabgeordnete Carolina Trautner hat zu einer CSU Veranstaltung nach Graben eingeladen um über die Hausärzteversorgung im ländlichen Raum zu diskutieren. Nach einigen Fachvorträgen wurden im Anschluss die Fragen aus dem Plenum besprochen. Neben dem immer stärker wachsenden Ärztemangel auf dem Land werden auch neue Einflüsse – Auswirkungen der Flüchtlingskrise – vor diesem Sektor nicht Halt machen. Insgesamt muss dies in eine neue Bewertung der Lage münden.

Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, erläuterte die Hintergründe zur Bedarfsplanungsrichtlinie. Sie regelt die Verteilung der Arztpraxen. Entscheidend für den Bürger sei, wo der Hausarzt ist. Zentral, in der nächsten Stadt oder aber vor Ort. Von der Bundesebene aus könne es deshalb kein Patentrezept geben um dem Ärztemangel zu entgegnen.

Wie Landtagsabgeordnete Carolina Trautner (CSU) mitteilt, hat das Bayerische Finanzministerium die Zuweisungen für kommunale Hochbauprojekte bekanntgegeben. Insgesamt erhält der Landkreis Augsburg-Süd Zuwendungen in Höhe von 6,071 Millionen Euro, davon erhält die Gemeinde Graben 25.000 Euro für die Einrichtung eines Kinderhorts.

Unter die staatlich geförderten Hochbaumaßnahmen fallen vor allem Bau und Sanierung von Schulen, schulischen Sportanlagen und Kindertageseinrichtungen. Für dieses Jahr stellt der Freistaat Bayern den Kommunen insgesamt Fördermittel in Höhe von fast 430 Millionen Euro für kommunale Hochbauprojekte zur Verfügung. Damit kann der von den Kommunen angemeldete Bedarf auch in diesem Jahr wieder in vollem Umfang gedeckt werden.

„Die Förderung ist ein wichtiger Eckpfeiler beim Erhalt und Bau unserer Bildungs- und Betreuungseinrichtungen“, verdeutlicht Carolina Trautner, die im Landtag unter anderem Mitglied im Bildungsausschuss ist. „Der Freistaat zeigt sich damit wieder einmal als verlässlicher Partner und Förderer unserer Kommunen. Die staatliche Förderung ist deutlicher Beweis für verantwortungsvolles politisches Handeln in allen Landesteilen Bayerns für eine ausgewogene Infrastruktur.“ 

Überörtliche Zusammenarbeit zahlt sich aus! So wird nun die interkommunale Kooperation der Lechfeldgemeinden gefördert, wie die Landtagsabgeordnete Carolina Trautner und der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz mitteilen. 

Vom Bayerischen Innenministerium haben die beiden Parlamentarier erfahren, dass die Gemeinde Graben 300.000 Euro, die Gemeinde Klosterlechfeld 600.000 Euro und die Gemeinde Untermeitingen 90.000 Euro aus dem Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Überörtliche Zusammenarbeit“ erhalten. Dabei ist etwa die Sanierung und die Umnutzung des historischen Bahnhofs Gegenstand der Förderung. 

In einer Mitteilung von Bayerns Innenminister Herrmann heißt es, dass 14 schwäbische Kommunen rund 2,9 Millionen Euro erhalten und bayernweit sogar 19,3 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung stehen. 

Durz und Trautner sind sich einig, dass es sich hierbei um gut investiertes Geld handelt, insbesondere zur Vorbereitung und zur Umsetzung von Investitionen. Durch verstärkte interkommunale Zusammenarbeit könnten Synergieeffekte genutzt, Kosten gesenkt und Aufgaben sinnvoll verteilt werden, so die beiden Abgeordneten.

Neben der B17 entsteht für BMW ein LogistikzentrumIm Augsburger Süden mausert sich das Lechfeld zu einem bedeutenden Logistikstandort. Nachdem sich bereits Firmen wie Aldi, Lidl und Amazon mit ihren Logistikzentren hier niedergelassen haben, lässt sich nun auch BMW ein eigenes Logistikzentrum auf dem Lechfeld errichten. Die zentrale Lage als auch die vorhandene Verkehrsinfrastruktur werden wohl auch für BMW ein Auslöser für die Ansiedelung gewesen sein. 

Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist das Rückgrat eines starken und dynamischen Wirtschaftsstandortes und zentrale Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Mit Blick auf die bereits jetzt stark befahrene Bundesstraße B17 ist es deshalb richtig und wichtig, rechtzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen. In Anbetracht der wirtschaftlich zunehmenden Entwicklung unserer Region darf die Weiterentwicklung unserer Verkehrsinfrastruktur nicht stehen bleiben. Losgelöst von einer möglichen Streckenführung ist eine Osttangente um Augsburg herum grundsätzlich der richtige Ansatz, um die Bundesstraße B17 zu entlasten.