Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald hat heute in Graben die "2. Konferenz zur Sicherung des Bundeswehrstandortes Lechfeld" durchgeführt. Ich habe daran als einer der Vertreter der Bürgerinitiative "Pro Lechfeld" teilgenommen und kann folgendes berichten:

Gruppenbild mit Eduard Oswald

Staatssekretär Schmidt kommt auf das Lechfeld
Eduard Oswald eröffnete uns, dass er eine Besuchszusage von dem parlamentarischen Staatssekretär Christian Schmidt für das Lechfeld bekommen hat. Einen Termin konnte er aber noch nicht nennen. Auf Vorschlag von Oberst Stefan Scheibl, Kommodore des Jagdbombergeschwader 32, wird nun der 26.06.2011 als Termin geprüft, da dann auf dem Lechfeld das "Bürgerfest am Wasserturm" gefeiert wird.

Amazon hat Standortvorteile auf dem Lechfeld erkannt
Für Landrat Martin Sailer ist die erst kürzlich bekannt gewordene Ansiedelung eines Logistikzentrum der Firma Amazon auf dem Lechfeld der Beweis für die hervorragenden Standortbedingungen. Ähnlich wie für den Bundeswehrstandort habe man Argumente gesammelt, die für den Standort Lechfeld sprechen und die haben wohl gewirkt. Aus meiner Sicht wäre es nun interessant diese Argumente mit denen der Bürgerinitiative Pro Lechfeld vergleichen zu können.

Stadt Augsburg steht hinter der Bundeswehr
Das erste Mal haben auch Vertreter der Stadt Augsburg an der Konferenz teilgenommen. Hermann Weber, 2. Bürgermeister von Augsburg, sagte der Bundeswehr auf dem Lechfeld eine uneingeschränkte Unterstützung zu. Bei einer Stilllegung des Flugplatzes Lechfeld seien nicht nur die 3000 Mitarbeiter der Firma Premium AEROTEC gefährdet sonder auch 3000 weitere Arbeitsplätze der Zulieferfirmen.

Technologiepark als weiteres Argument zum Standorterhalt
Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, stellte die verketteten Abhängigkeiten zwischen der Bundeswehr und dem Technologiepark Augsburg fest. Der Technologiepark könnte deshalb ebenfalls als Argument hergenommen werden, warum der Flugplatz Lechfeld erhalten werden sollte.

Langfristige Lösungen für das Lechfeld gesucht
Landtagsabgeordneter Harald Güller (SPD) stehe voll hinter der Bundeswehr auf dem Lechfeld. Aus seiner Sicht seien jedoch die Tage des Waffensystem TORNADO gezählt. Er sprach sich dafür aus, langfristige Lösungen für die Bundeswehr auf dem Lechfeld zu finden.

Sich von den anderen Initiativen absetzen
Max Strehle (CSU) stellte fest, dass in Bayern die meisten Bundeswehrstandorte seien und folglich dort auch nun die meisten Initiativen für die jeweiligen Standorte entstehen würden. Man müsse sich nun aus der Menge absetzen und die Alleinstellungsmerkmale des Standortes Lechfeld viel mehr in den Vordergrund stellen.

Premium AEROTEC geht ohne die Bundeswehr nicht unter
Peter Schwarz, Werksleiter der Premium AEROTEC Werke in Augsburg, betonte, dass man natürlich sehr gerne weiter mit der Bundeswehr zusammen arbeiten möchte. Die Nutzung einer weiteren Halle auf dem Flugplatz Lechfeld sei bereits beim Ministerium angefragt worden. Premium AEROTEC gehe aber ohne den Standort Lechfeld nicht unter, man würde dann auf andere Standorte auszuweichen.

Verzögerung der Standortentscheidungen bis in den Herbst
Durch den Wechsel des Verteidigungsministers wird es aus Sicht von Eduard Oswald - entgegen anders lautender Meldungen in den Medien - zu einer Verzögerung der Standortentscheidungen kommen. Er selbst rechne erst im Herbst 2011 damit.

Eigene Bewertung
In der 2. Konferenz wurde aus meiner Sicht noch offener Thematisiert. Das mag unter anderem daran liegen, dass sich alle durch die Zusammenarbeit besser kennen gelernt haben. Es ist deutlich zu spüren gewesen, dass sich alle Redner mit der Bundeswehrstrukturreform und den möglichen Folgen für die Region auseinander gesetzt haben. Die Erweiterung des Teilnehmerkreises auf die Stadt Augsburg, IHK Augsburg und weitere Landkreise hat sich als positiver Impulsgeber erwiesen. Die nächste Konferenz soll zusammen mit dem Besuch des Staatssekretär Schmid stattfinden. Jetzt heißt es weiter machen.