Am 08.06.2011 lud der CSU Ortsverband Graben-Lagerlechfeld zu einem Besuch des Biokraftwerkes in Graben ein. Geführt wurde die Besuchergruppe durch den Betriebsleiter Christian Metzler. Er erklärte nicht nur die Hintergründe der Biogasproduktion, er ging auch ausführlich auf die verschiedene Fragestellungen der Besucher ein. Unter anderem wurde das Thema EHEC angesprochen, da in den letzten Tagen Biogasanlagen als Quelle der EHEC-Bakterien in Verdacht gerieten.

CSU Graben Besucht Biokraftwerk

Mehrere Veterinärmediziner hatten eine Untersuchung aller Biogasanlagen auf EHEC gefordert und behauptet, in den Gärbehältern entstünden Bakterien, die es zuvor nie gegeben habe. Sie würden sich kreuzen und miteinander verschmelzen, der Prozess sei weitgehend unerforscht. Da ein Teil der Gärreste aus den Anlagen wieder als Dünger auf die Felder gebracht werde, bestünde große Gefahr für die Menschen.

Metzler erklärte, dass einmal pro Monat die Gärreste der Anlage auf Bakterien untersucht werden würden. Explizit nach EHEC-Bakterien suche man aber nicht. Um EHEC-Bakterien zu neutralisieren, sei eine Erhitzung der Gärreste auf 70 °C für eine Stunde notwendig. Den gleichen Effekt erziele man auch wenn man zwar bei niedrigeren Temperaturen (wie in seiner Anlage bei maximal 54 °C), dafür aber für längere Zeit neutralisieren würde.

Abschließend gesagt sieht Metzler keinen Zusammenhang mit dem EHEC-Bakterien und den Biogas-Anlagen, auch wenn nicht genau feststeht welche Bakterien sich in der Anlage kreuzen würden. Wenn Biogas-Anlagen als Quelle für EHEC-Bakterien in Frage kämen, wäre die Suche so wie sie derzeit stattfinde aus seiner Sicht schnell erledigt. EHEC-Bakterien seien dann viel breiter verteilt und nicht nur so punktuell wie jetzt.

In einer weiteren Frage wurde der ökologische Aspekt hinterfragt, da die Gärprodukte in Graben nicht nur aus der direkten Nähe angeliefert werden. Metzler verwies darauf, dass alle Verträge mit den Zulieferern in einer Zeit abgeschlossen wurden, als die Anlage noch in Langerringen gebaut werden sollte. Durch eine Bürgerinitiative sei dort jedoch das Bauvorhaben gestoppt worden. Man ist dann nach Graben ausgewichen, auch wenn die Verträge der Zulieferer schon abgeschlossen waren. In der Regel werden nun die Gärprodukte aus einem Umkreis von 20 Kilometer angeliefert und zusätzlich – bei Bedarf – von Lokalen Lieferanten z.B. aus Graben und Untermeitingen.