Horst Seehofer im Gespräch mit Torsten WillmsMinisterpräsident Horst Seehofer nutzte heute die Grundsteinlegung des Engineering Centers der Firma Premium AEROTEC als Beweis für den „Aufbruch Bayern“. Zeitgleich kocht die Gerüchteküche an einem Ende des Waffensystem TORNADO auf dem Lechfeld. Dabei ist das Lechfeld die Chance für eine zukunftsfähige Bundeswehr, besonders in Bayern. Deshalb habe ich mit der Bürgerinitiative Pro Lechfeld an der Grundsteinlegung teilgenommen um dort für den Standort Lechfeld zu werben.

 

Aktuelles über die Reform

Ziemlich heftig wird es wohl die Luftwaffe treffen. Dort stehen zur Disposition: die komplette Divisionsebene, 2 von 3 FlaRak-Geschwadern, 1 weiteres JaboG (wegen Verzicht auf Tranche 3b EF-2000), 1 Transportgeschwader, 1 Einsatzführungsbereich sowie erhebliche Teile der Waffensystemlogistik. Die Zahl der Standorte sollte folglich von derzeit knapp 450 nochmals deutlich absinken, falls nicht die Grundsätze wirtschaftlicher Logik völlig außer Vollzug gesetzt werden. Allen, denen ihr Standort lieb ist, sind gut beraten, nicht wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, sondern so früh als möglich ihre örtlichen Würdenträger wach zu machen für den kommenden Verteilungskampf um die verbleibenden Standorte noch bevor sich ein „politisches“ Endergebnis einstellt.

„Aufbruch Bayern"

So lautet das Motto der bayerischen Staatsregierung. Ministerpräsident Horst Seehofer ist damit heute in seiner "Zukunftsreise" zur Grundsteinlegung des Engineering Centers der Firma Premium AEROTEC in Augsburg erschienen. Für den dortigen Firmensprecher Edmund Reitter ist der Neubau ein Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Augsburg. Premium AEROTEC nutzt den Bundeswehrflugplatz Lechfeld zum Abtransport der Flugzeugteile. Streicht die Bundeswehr den Flugplatz Lechfeld von ihrer Liste, hieße das nicht nur für die Frima Premium AEROTEC „Abbruch Bayern"

Wird das Lechfeld schließen?

Die Entscheidungen zur Bundeswehrstrukturreform werden bald fallen. Bereits seit Dezember 2010 habe ich mich aktiv mit der Bürgerinitiative "Pro Lechfeld" für den Erhalt des Bundeswehrstandortes eingesetzt. Wir haben die Argumente für einen Standorterhalt in einer Resolution zusammengefasst und zu den Entscheidungsträgern der Bundeswehrreform gesandt. Der Arbeitskreis Aussen- und Sicherheitspolitik der CSU hat sich in einer Landesversammlung mit einer Zusammenfassung von möglichen „neuen" Dienststellen für das Lechfeld stark gemacht. Leider konnten diese Bemühungen ein Gerücht nicht verdrängen: „Das Lechfeld ist tot".

Die Wahrheit der Gerüchte

Angestoßen durch das oben genannte Gerücht sind weitere Gerüchte (Vorschläge) entstanden, welche Dienststellen auf dem Lechfeld zukünftig eingesetzt werden könnten. Eine öffentliche offensive Stimmungsmache mit diesen Gerüchten für den Standort Lechfeld lehne ich ab. Die Wahrheit dieser Gerüchte ist jedoch, dass der Standort alleine aufgrund seiner Größe und Möglichkeiten in vielen Gedankenspielen vorkommt. Horst Seehofer brachte es heute im Gespräch dann auf den Punkt: "Das Lechfeld ist ein Filetstück der Bundeswehr." Ein Standort in dieser Größe sei nach einer Aufgabe nie wieder zurück zu holen.

Das Lechfeld ist die Chance für eine zukunftsfähige Bundeswehr in Bayern

Die Vorteile des Lechfeldes für die Bundeswehr sind in der Resolution der Bürgerinitiative "Pro Lechfeld" zusammen gefasst. Die Gerüchte weisen auf die Alternativen zu den derzeitigen Dienststellen/Waffensystemen hin, die hier angesiedelt werden könnten.  Bayern hat Bundesweit die meisten Kasernen und wird deshalb wahrscheinlich auch am meisten von Standortschließungen betroffen sein. Ministerpräsident Horst Seehofer wird formell durch den Minister der Verteidigung Mitte September in den Entscheidungsprozess einbezogen. Horst Seehofer forderte uns auf weiter zu machen. Am besten sei es so viele Menschen wie möglich hinter sich zu bringen.