Dr. SpaenleDie zunehmende Globalisierung und die sich verändernden Anforderungen der modernen Wissenschaft stellen uns alle täglich vor neue Herausforderungen. Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel für deren Bewältigung. Die CSU Landtagsfraktion hat deshalb zu einem Bildungskongress in die Universität Augsburg eingeladen, um über die künftigen Herausforderungen der Bildungspolitik zu diskutieren. Durch zwei Impulsreferate und dem anschließenden Dialog wurde den Teilnehmern die politische Zielsetzung der bayerischen Bildungspolitik sowie interessante wissenschaftliche Erkenntnisse erläutert.

Qualität und Gerechtigkeit
Schüler begleiten – Schulen vernetzen

Wie Dr. Ludwig Spaenle, MdL und Staatsminister für Unterricht und Kultus, in seinem Impulsreferat verdeutlichte, müsse man den erfolgreichen bayerischen Weg der Bildungspolitik anerkennen. Nationale und internationale Studien hätten nachgewiesen, dass die Schulen in Bayern erfolgreich arbeiten – dies wäre ein Beweis der richtigen Strategie der Landesregierung. Nirgendwo seien die Rahmenbedingungen für lebenslanges Lernen besser.

Aus seiner am 19.06.2012 gehaltenen Regierungserklärung lässt sich sehr gut der bayerische Weg, dieser besteht aus vier Grundprinzipien der individuellen Förderung, entnehmen:

  1. Bayern eröffnet Wege für jedes Kind
  2. Bayern sichert für jeden Abschluss einen Anschluss
  3. Die individuelle Lernzeit
  4. Schule wohnortnah und flächendeckend

Bayern bietet damit den Schülern verlässlich ein differenziertes Bildungsangebot. Weg von Lernzielgleichheit hin zur Lernzieldifferenziertheit. Für die Bayerische Staatsregierung gilt dieser Maßstab als Anspruch und Verpflichtung: Der Bayerische Weg – im Dienst der Menschen und Familien in Bayern.

Lernen im Lebenslauf
Bildungsprozesse und Kompetenzentwicklung

Das zweite Impulsreferat wurde durch Prof. Dr. rer. Pol. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld gehalten. Aus mehreren Studien erläuterte er beeindruckende Ergebnisse. Die Benachteiligung von Frauen im Bildungssystem sei verschwunden. Frauen würden inzwischen die Männer im Bildungsniveau überholen. Fachspezifische Unterschiede in der Ausbildung würden jedoch bestehen bleiben. Durch die im Jahr 2001 durchgeführte PISA Studie sei das Thema Bildung wieder zum gesellschaftlichen Thema geworden.

Im Weiteren wurde die Bedeutung von Bildungsentscheidungen in Abhängigkeit zur Kompetenzentwicklung im Lebenslauf mit Studienergebnissen erläutert. Es ging also um die Frage, welche Rendite haben Bildungsinvestitionen in den unterschiedlichen Lebensphasen? Das Ergebnis ist deutlich: Je früher desto besser. Gezielte pädagogische (primäre) Förderung sollte so früh wie möglich erfolgen. Für sozial benachteiligte Kinder müsse man am besten sogar (sekundär) die Familie fördern bzw. unterstützen. Es sei ein umfassender Ansatz notwendig, Förderung nicht nur mit/durch Ganztagsschulen sondern auch Förderung der Familien.

Aus dem Fachforum I: Dialog Schule

Im Fachforum Schule wurde nach der Mittagspause durch Prof. Dr. Dr. Werner Wiater, Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, zu einer Diskussion angeregt. Bildung bedeute die Entfaltung des Menschen zu einer kompetenten Persönlichkeit. Der Blick auf die Defizite in der individuellen Bildungsbiographie eines Menschen würde zur eigenen Ineffizienz beitragen. Sinnvoller wäre es Stärken zu stärken; und das so früh wie möglich. Der Förderung von Stärken bereits vor dem dritten Lebensjahr kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Mein Fazit

Das Bildungsland Bayern ist auf dem richtigen Weg, das belegen die Studien eindeutig. Investitionen in die Bildung sind später nicht wieder aufholbar. Der Bildungskongress hat eindrucksvoll interessante Punkte der aktuellen Bildungspolitik behandelt. Ich freue mich schon, auf den nächsten Kongress.